Vielen Dank an Carsten Schouler , der uns einen tollen Artikel von der letzten Leica Historica Veranstaltung mitgebracht hat. Er schreibt:
Wie jedes Frühjahr trafen sich viele Mitglieder von Leica Historica e.V. zur Jahreshauptversammlung in der „Leica‐Stadt“ Wetzlar. Doch nicht nur die offizielle Versammlung stand auf der Tagesordnung, nein, es wurde auch ein unterhaltsames und informatives Rahmenprogramm geboten.
Zum Glück hatte ich früh genug „familienfrei“ für dieses Wochenende angemeldet und ein Zimmer im Wetzlarer Hof (dort findet auch die Versammlung statt) gebucht. So konnte es am Samstagmorgen also losgehen.
Auf geht’s.
Warum schon morgens? Nun, weil das Frühjahrstreffen traditionell am Wochenende der Frühlings‐Kamerabörse in Solms liegt und sich ein Besuch dieser faszinierenden Börse anbietet.
Angekommen!
Auf der Solmser Börse, die vom ausgewiesenen Leica‐Experten Lars Netopil zweimal im Jahr veranstaltet wird, gibt es zahllose interessante Kameras und Objektive zu bewundern. Die Preise sind, nun ja, eher hoch, doch hier findet man Objektive, die man an anderer Stelle eventuell lange gesucht hat. Und der Grund dafür, dass M‐Objektive derzeit sehr hohe Preise erzielen liegt ja nicht beim Veranstalter sondern eher in China.
Die Nachfrage aus dem neuen, riesigen Markt ist ungeheuer groß. Verbunden mit dem eher knappen Angebot an M‐Objektiven regelt dies eben den Preis.
Einige Objekte müssen sogar „hinter Gitter“.
Ein Besuch der Solmser Börse lohnt sich aber immer und sei es nur, um mit den anderen Besuchern fachzusimpeln oder in Träumen zu schwelgen.
Hin und wieder findet man dann doch eine Kamera oder ein Objektiv, vielleicht sogar eines, nachdem man eigentlich gar nicht gesucht hat, das einen aber doch sehr interessierte.
Nachdem ich mich genug an den alten Leicas ergötzt hatte, fuhr ich in mein Hotel. Das Parken ist recht gut durch das Stadthallenparkhaus geregelt und man wird freundlich empfangen. Der Wetzlarer Hof ist sicherlich kein Oberklasse‐Haus, doch die Zimmer sind sauber und bieten genug Platz, um sich für die kurze Anwesenheit wohl zu fühlen.
Nun hatte ich Hunger und so suchte ich nach einem zweiminütigen Fußmarsch zum Domplatz ein nettes kleines Restaurant – nichts Wildes, da es ja abends ohnehin ein Abendessen geben sollte.
Wer ein sehr leckeres und dennoch preisgünstiges Mahl in Wetzlar sucht, dem kann ich auf jeden Fall das Bistro am Domplatz empfehlen:
Als Vorspeise eine wohlschmeckende Tomatensuppe:
Und als Hauptgericht wunderbare „Sombrero ai Castani“:
Statt einer Nachspeise gab es einen fantastischen Espresso in einer überregional bekannten Rösterei: Kaffee Danin:
Sehr empfehlenswert!
Ein kleiner Fotospaziergang durch die Wetzlarer Altstadt ergab nette Motive.
Aber genug nun vom Vorgeplänkel. Was war denn nun mit Leica Historica?
Nun im Laufe des frühen Abends trudelten alle Mitglieder ein und die ersten netten Gespräche ergaben sich an der Theke, bevor man zum Abendessen ging. „Weltklasse“ war das zwar nicht, aber es machte satt und bot Gelegenheit, sich mit den Tischnachbarn über das Thema Leica auszutauschen. Hier treffen Neulinge auf „alte Hasen“, gerade dies macht den Reiz aus.
Nach dem Essen begannen die Vorbereitungen für den Vortrag, der immer abendlicher Teil eines jeden Treffens ist.
Diesmal berichtete Ottmar Michaely, der Wetzlarer „Leica‐Doktor“, der als einer von wenigen auch alte Leica‐Kameras noch warten und pflegen kann, über „Barnacks Gene in der M9“: Die Entwicklung des Messsuchers, der sich in modernster Form sogar in der aktuellen Leica M9 findet.
Anschließend hatte man wieder Gelegenheit für Fachsimpeleien und die vielen kleinen Geschichtchen um die Leica.
Nach einer kurzen Nacht, traf man sich dann am Sonntagmorgen zur traditionellen Leica‐Auktion. Hier spenden Mitglieder Dinge dem Verein. Der Ehrenpräsident von Leica Historica, „Leitzianer“ Georg Mann, versteigert diese Spenden dann mit großem Kenntnisreichtum und unterhaltsamen Anekdoten.
Schließlich begann der eigentliche Grund für das Treffen, die offizielle Jahreshauptversammlung, die Präsident Axel Rosswog souverän und charmant leitete. Es ging überaus harmonisch zu und viele wichtige Informationen wurden ausgetaucht. Eine sehr angenehme Erfahrung.
Der frühe Nachmittag bot sich dann an, nochmals ein wenig mit neuen Bekannten durch Wetzlar zu laufen und der Lust an der Fotografie zu frönen.
Diesmal war ich unterwegs mit Leica‐Fans aus Taiwan und Belgien und die Sonne lachte am mittelhessischen Himmel.
Es war ein unterhaltsames Wochenende voller lehrreicher Gespräche mit interessanten Menschen über eine faszinierende Technik. Danke, Leica Historica! Danke, Leica!


































